Theatermacher*innen, Vermittler*innen, Schauspieler*innen, Musiker*innen, Sänger*innen, Performer*innen, Multiplikator*innen
DI, 06.10.2026 von 19:00 - 21:00
Musiktheater & Bühne, Nachwuchsförderung, Kulturelle Vielfalt & Teilhabe
Fragen zu Kursorganisation und Anmeldung:
Leonie Rinze
akademie@musikkultur-rheinsberg.de
Fragen zu Kursinhalten:
Annika Haller
akademie@musikkultur-rheinsberg.de
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Prolog: Von der Idee zur Umsetzung | Musiktheaterkollektiv Hauen und Stechen Wie wird aus einer Idee eine Institution? Das Kinderopernhaus Berlin ist ein Ort, an dem Grundschulkinder im Alter von 8 bis 13 Jahren unabhängig von Herkunft und Bildungshintergrund Oper als eigene Kunstform entdecken, gestalten und erleben können. Regina Lux-Hahn gründete 2010 ein Kinderoper-Projekt im Stadtteil Lichtenberg, das 2018 als Kinderopernhaus Berlin an der Staatsoper Unter den Linden angesiedelt wurde. Seitdem ist das Kinderopernhaus gemeinsam mit Partnern in sechs Berliner Bezirken, in 13 Schul-AGs sowie in den Kinderopernhäusern Unter den Linden, Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf, Reinickendorf und Neukölln in ganz Berlin verankert. Mit der Spielzeit 2025/26 hat das Kinderopernhaus Berlin eine neue Leitung. Regina Lux-Hahn widmet sich seither der Entwicklung von Konzepten für das junge Musiktheater und beobachtet mit großem Interesse die Entstehung neuer partizipativer Formate. Zugleich blickt sie auf die Entwicklung des Kinderopernhauses zurück: von der ersten Idee über die praktische Umsetzung bis zur Etablierung und Verstetigung einer eigenen Institution. Die Bundesakademie für junges Musiktheater möchte die Spotlight Series 2026 gemeinsam mit Regina Lux-Hahn eröffnen und dabei zusammenführen und bündeln, was es braucht, um spannende Ideen langfristig Raum, Zeit und die notwendigen Mittel zu geben.
Über die Spotlight Series In der Online-Reihe präsentiert die #BAJMT (Bundesakademie für junges Musiktheater) aktuelle konzeptionelle Ansätze des Musiktheaters mit Kindern und Jugendlichen. Die vorgestellten Projekte eröffnen Einblicke in unterschiedliche künstlerische, pädagogische und institutionelle Perspektiven und verstehen Musiktheater als soziales Experimentierfeld, in dem gesellschaftlicher Wandel und individuelle Lebensrealitäten künstlerisch verhandelt werden. Die sechs Präsentationen der diesjährigen Spotlight Series finden alle 14 Tage dienstags auf Zoom statt und widmen sich unter anderem folgenden Aspekten und Herausforderungen: - Engagement und Befähigung junger Menschen
- inklusive Ansätze
- Konzeption und Aufrechterhaltung effektiver musiktheatraler Bildungs- und Vermittlungsprogramme
- neue Formate im Bereich der künstlerischen Forschung
- strukturelle und finanzielle Aspekte
Die eingeladenen Expert*innen decken das gesamte Spektrum des musiktheatralen Schaffens mit Kindern und Jugendlichen ab. Ziel ist es, richtungsweisende Ansätze im Spannungsfeld zwischen künstlerischer Praxis und Musiktheatervermittlung, institutionellem Kontext und freier Szene sowie zwischen permanenten und temporären Organisationsformen zu betrachten und zur Diskussion zu stellen.
Maria Buzhor
Maria Buzhor studierte Philosophie und Anglistik in Berlin und Paris. Als Teil des Musiktheaterkollektivs Hauen und Stechen entwickelt sie seit 2015 als Dramaturgin und Performerin genreübergreifende Performances, die das klassische Opernrepertoire und seine Frauenfiguren politisch und publikumsnah interpretieren. Ihre Arbeiten waren u.a. an den Sophiensaelen Berlin, der Oper Halle, Theater Bremen, der Bayerischen Staatsoper und dem Saarländischen Staatstheater zu sehen. Mit Regisseurin Julia Lwowski gründete sie das Ensemble Trisolde für radikal inklusives Musiktheater, das die Oper als elitäres und voraussetzungsreiches Genre öffnet. Nach „Tristan und Isolde oder Luft! Luft! Mir erstickt das Herz!“ mit Zürcher Theater Hora (2019) folgten „Hundeherz“ (2024) und „Klingsau“ (2025) in Kooperation mit dem Berliner Theater Thikwa. 2026 richtete sie mit Hauen und Stechen das Diskursprogramm der Bayreuther Festspiele "Realitot oder Wagner in Endzeitstimmung" aus. Maria arbeitet als Dramaturgin und Librettistin mit Komponist*innen zusammen, u.a. mit Francois Sarhan, Max Andrzejewski, Alexander Chernyshkov und dem Wiener Error Theater. Die inklusive Dorpfoper „Nacht von Allerheiligen“ in der Regie von Georg Schütky mit Musik von Laura Winkler und Maria Gstättner, für die sie das Libretto verfasste, erhielt 2022 den Volkstheaterpreis des Landes Steiermark. Maria Buzhor kuratierte 2022 das Festival Sound of the City für die Oper Wuppertal und 2026 die Musiktheaterreihe Mommy Shark im Kunstraum Tropez des Sommerbad Humboldthain in Berlin. Maria Buzhor war Teilnehmerin des Internationalen Forum des Berliner Theatertreffens 2024. Seit der Spielzeit 2026/27 ist sie Dramaturgin am Theater Baden-Baden.
Franziska Kronfoth
BiografieFranziska Kronfoth ist Regisseurin für Musiktheater und hat auch als Schauspielerin, Dramaturgin, Videokünstlerin und Bühnenmusikerin gearbeitet. Sie ist Mitbegründerin des Musiktheaterkollektivs Hauen und Stechen. Mit ihrem Ensemble entwickelte sie ein performatives, genreübergreifendes Musiktheater, das in seiner Wildheit und Opulenz sowie mit seinen essayistischen und assoziativen Überlagerungen eine eigenwillige und politische Position markiert. Ihre Inszenierungen wurden zu verschiedenen Festivals eingeladen und waren zu sehen an der Deutschen Oper Berlin, an der Bayerischen Staatsoper, an der Staatsoper Stuttgart, am Theater Bremen und an der Oper Halle, am Pariser Théâtre de l’Athénée, an der Volksbühne, den Sophiensælen, der Akademie der Künste, in der Galerina Steiner oder im Hebbel am Ufer. Sie spielten in einem Tunnel, in Kellern, in einem Hotel, einer Malerwohnung und in einem Auto. Einen besonderen Stellenwert haben ortsspezifische Arbeiten, Video und Film, sowie die Arbeit mit Laien. Der theatralen Praxis, ob in den Kellerräumen einer Galerie oder an Opernhäusern, steht eine kontinuierliche Vertiefung und Erforschung der Ideen gegenüber. Inhaltliche Schwerpunkte liegen auf den Themen Ritual und Opfer, Kunst und Literatur der ehemaligen DDR, der politischen Oper sowie feministischen Lesarten im Musiktheater. Franziska Kronfoth wurde mit mehreren Stipendien ausgezeichnet, ihre Arbeit für verschiedene Preise nominiert. Lehraufträge führten sie an die Universität der Künste Berlin, an die Theaterakademie Hamburg und die University of Toronto.
Regina Lux-Hahn
BiografieRegina Lux-Hahn studierte Tontechnik an der ARD-Hochschule Nürnberg und arbeitete als Tontechnikerin beim Bayerischen Rundfunk. Anschließend studierte sie Sozialpädagogik und war von 2005 bis 2012 Leitende Angestellte im Managementbereich beim Berliner Caritasverband mit Schwerpunkten in der Migrations- und Jugendarbeit. 2010 initiierte und gründete Regina Lux-Hahn mit Unterstützung der Staatsoper Berlin das Kinderopernhaus Lichtenberg, das seither Kinder für die Welt der Oper begeistert.
Von 2018 bis 2025 leitete sie das an der Staatsoper angesiedelte Kinderopernhaus Berlin, ein dreistufiges Projekt der Kulturellen Bildung in Kooperation mit Partnern in 6 Berliner Bezirken, das 2020 mit dem Opus Klassik in der Kategorie Nachwuchsförderung ausgezeichnet wurde. Regina Lux-Hahn initiierte in dieser Zeit die Etablierung von 16 Kinderoper-AGs sowie eröffnete 5 Kinderopernhäuser: Unter den Linden, Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf, Reinickendorf und Neukölln mit Beteiligung von über 400 Kindern. Ihnen wird die Möglichkeit geboten, die Vielfalt des Oper-machens zu erkunden und in den Stücken eigene Perspektiven unter professioneller Anleitung zu gestalten. 2025 übergab Regina Lux-Hahn aus Altersgründen die Leitung des Kinderopernhauses. Sie beschäftigt sich weiterhin mit dem Thema Kindermusiktheater und seiner Umsetzung in der Kooperation mit Bildungsinstitutionen. Für ihre Verdienste um die Kulturelle Bildung und den sozialen Zusammenhalt wurde Regina Lux-Hahn 2026 vom Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeier das Bundesverdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland verliehen.
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